Diese Verzerrung wird als künstliche Verknappung bezeichnet. Das bedeutet, dass Sie als Unternehmen, Filiale oder Verkäufer gegenüber Ihrem Kunden kommunizieren, dass von einem bestimmten Produkt nur noch eine sehr begrenzte Menge übrig ist. Der Kunde empfindet das Produkt als wertvoller und kauft schneller, da er das Produkt nicht verpassen möchte (s. Verlustaversion). Viele Leute denken auch, dass das Produkt besser ist, da viele Leute es bereits gekauft haben (s. Follow the Mass). 

Das auffälligste und auch unterhaltsamste Beispiel in diesem Bereich ist das Teleshopping. Dort wird künstliche Verknappung ohne Scham genutzt. Denken wir an Teleshopping für einen Pullover: Die Größen XS und S sind natürlich bereits ausverkauft. Auch Rot und Blau sind von Beginn an ausverkauft, so dass der Kunde „nur“ die Farben Schwarz, Grau und Weiß zur Auswahl hat.

Ohne Experte in Sachen Mode zu sein, können wir sicher sein, dass rot und blau niemals produziert wurden. Denn die Zielgruppe des Teleshoppings (zurückgezogen, gehobenes Alter) würde niemals rot oder blau tragen.

Zudem erinnerte der Moderator regelmäßig, wie gering die Menge der noch auf Lager befindlichen Größen und Farben ist, wie viele Leute in der Hotline warten und dass heute der einzige Tag war, an dem man diesen Preis für dieses schöne und funktionale Stück bekommen konnte. Es ist erstaunlich, wie stark künstliche Verknappung im Teleshopping (erfolgreich!) genutzt wird. 

Auch wenn Sie nicht im Teleshopping-Geschäft sind, können Sie die künstliche Verknappung sehr gut nutzen.

In einem Angebot können Sie künstliche Verknappung in drei Dimensionen nutzen: Ein außergewöhnlich niedriger Preis, eine begrenzte Menge oder ein begrenzter Zeitrahmen. Selbst wenn Sie ein Produkt verkaufen, das nicht vergriffen sein kann, wie z.B. Softwarelizenzen, können Sie trotzdem mit Fristen und begrenzten Angeboten arbeiten, um Ihre Verkaufszyklen zu beschleunigen.

Aber: Übertreiben Sie bitte nicht. Die künstliche Verknappung kann nur wirken, wenn sie glaubhaft ist.